Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Franziska Giffey besucht das CJD Nord-Angebot „Kurswechsel“ in Hamburg und informiert sich über Distanzierungsförderung und Ausstiegsbegleitung von Menschen mit extrem (rechten) Einstellungsmustern.

Am 15. August 2018 informierten sich Dr. Franziska Giffey und der SPD-Bundestagsabgeordnete für Hamburg-Mitte Johannes Kahrs über das CJD Nord-Angebot „Kurswechsel“. Dr. Giffey wurde vom Referatsgruppenleiter „Demokratie und Vielfalt“ Thomas Heppener und der Referatsleiterin Presse Verena Herb im Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begleitet. Frau Andrea Faber Fachreferentin der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg empfing die Gäste.Politische Bildung ist ein Handlungsfeld der Persönlichkeitsbildung und ein grundlegender Auftrag der pädagogischen und sozialen Arbeit im CJD. Einen Schwerpunkt bilden Beratungs- und Bildungsangebote zur Stärkung und Förderung von Demokratie, zur Distanzierung von extremen und menschenabwertenden Einstellungen sowie Verhinderung von Radikalisierung.

Das CJD Nord hat bereits langjährige Erfahrung in der Bildungs-, Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit unter anderem mit dem Projekt JUMP! in Mecklenburg-Vorpommern. So konnten Methoden und Handlungsabläufe entwickelt werden, die sich in der Distanzierungsbegleitung sowie in der Fortbildung und Beratung von Multiplikator*innen, Fachkräften und Angehörigen bewährt haben. Die Mitarbeitenden im Angebot „Kurswechsel“ bringen entsprechende jahrelange Erfahrung, Kompetenz und Qualifikationen mit. Davon konnten sich die Besucher*innen in dem einstündigen Gespräch in der CJD-Dienststelle in Hamburg überzeugen.

Samuel von Frommannshausen Fachbereichsleiter Migration, Forschung und Beratung im CJD Nord und Annelies Wiesner Bereichsleiterin und Bundestutorin Migration/Integration im CJD e.V. gaben einen Überblick über laufende Aktivitäten und Projekte am Standort Hamburg. Das Tätigkeitsfeld reicht von der Sozialforschung über Bildungsberatung bis zu Jugendintegrationskursen und Theaterprojekt.

Die Teamleiterin „Prävention Intervention Rechts“ sowie die Mitarbeiter*innen von „Kurswechsel“, dem Modellprojekt „Dekonstrukt“ sowie dem „Nordverbund Ausstieg Rechts“ informierten dann über ihre Arbeit. Dr. Franziska Giffey zeigte sich sehr interessiert an der konkreten Fallarbeit. Die Mitarbeitenden des Angebotes gaben Einblicke in den Distanzierungsprozess und die rechtsextreme Szene in Hamburg. Sie schilderten an konkreten Fällen, wie Ausstiegsbegleitung aussieht. Sehr wichtig ist immer die ideologische Auseinandersetzung. Oft bauen die Mitarbeitenden aber auch eine neue Lebenssituation und ein neues soziales Netzwerk gemeinsam mit dem*der Aussteiger*in auf. Am Anfang steht immer der Dialog. Die Motive, warum Menschen sich zu diesen Ideologien oder Gruppierungen hingezogen fühlen, sind sehr unterschiedlich. Deshalb ist für die Mitarbeitenden wichtig, zuzuhören und das gesamte Umfeld sowie die persönliche Situation des Menschen zu betrachten, um gemeinsam Lösungen zu finden. „Es ist so anstrengend zu hassen. Wenn mir jemand entgegen kam, habe ich immer überlegt ob es ein Freund oder ein Feind ist. Deshalb sitze ich hier bei euch.“ Mit diesen Sätzen eines Aussteigers endete die Teamleiterin.